Bürgerinformationen
Wie verhalte ich mich bei einem Notfall? Was tun nach einem Brand? Wie wichtig sind Rauchmelder? All diese Fragen und viel mehr können Sie hier nachlesen. Haben Sie etwas, was Sie noch vermissen? Schreiben Sie uns!
Hautflügler – älter als die Menschheit
Insekten gibt es auf unserer Erde seit urgeschichtlichen Zeiten. Vor 350 Millionen Jahren flogen in den urgeschichtlichen Wäldern Insekten mit einer Flügelspannweite von 75 cm! Zum Ausgang dieser Zeit begannen sich auch unsere heutigen Wespen,Hummeln und Bienen zu entwickeln. Ihre Vorfahren fand man im Bernstein, Alter: 60 Millionen Jahre. Ca. 2 Millionen Arten gehören zur Insektenwelt unserer Erde. Rund 1 Million sind bekannt. Dazu zählen Käfer, Schmetterlinge, Zweiflügler (Fliegen) und unsere Hautflügler. Von den ca. 100.000 Hautflüglerarten weltweit leben 14.000 Arten in Mitteleuropa. Ihre Größe reicht von kleiner als einem Millimeter bis hin zu mehreren Zentimetern
(Hornisse).
Vom Solisten zum Teamworker
Von den Wespen, Hummeln und Hornissen überwintern nur die im Vorjahr begatteten Königinnen. Sie beginnen etwa ab Mitte April/Mai mit dem kunstvollen Nestbau aus morschem Holz und Speichel. In den Nesthüllen befinden sich die Wabenplatten mit sechseckigen, nach unter geöffneten Zellen, in denen die Brut großgezogen wird. Die Königinnen legen in jede Zelle ein Ei. Aus diesem schlüpft je eine Made. Füllt diese die ganze Zelle aus, verpuppt sie sich und wandelt sich in das fertige Tier um, das dann die Zelle verlässt. Das einzelne Tier hat dann eine Lebensdauer von ca. 4 Wochen. Die Königin lebt einen Sommer lang. Die geschlüpften Arbeiterinnen helfen der Königin bei der Erweiterung des Nestes. Bis zum Sommer wachsen die Völker, je nach Art, auf 50 bis 400 Arbeiterinnen an, in Einzelfällen auch mehr.
Zuletzt schlüpfen die Jungköniginnen und Männchen (Drohnen). Diese paaren sich außerhalb des Nestes. Die Altkönigin stirbt mit ihrem Volk im Herbst ab. Die leeren Nester bleiben leer und zerfallen im Winter. Vögel auf der Suche nach noch im Nest befindlichen Larven beschleunigen den Zerfall. Nur neue Königinnen überleben den Winter an einem frostgeschützten Platz und bauen im nächsten Jahr ihr eigenes Nest. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Einige Verhaltensregeln im Umgang mit den kleinen Insekten, die umherfliegen
- Vermeiden Sie hektische, schlagende oder rasche Bewegungen, wenn eine Wespe,Hornisse oder Biene in der Nähe ist
- Bei Attacken: Entfernen Sie sich ohne heftige Bewegungen
- Süße Speisen und Getränke sollten nicht unbedeckt im Freien hingestellt werden. Kuchen, Limonade, süße Säfte usw. immer durch Abdeckhauben oder Verschlüsse vor dem Zuflug durch Wespen schützen.
- Verschließbare Tischabfallbehältnisse nutzen bzw. Nähe stehende Abfallbehälter verschließen. Die Düfte locken umherfliegende Tiere an
- Süße Getränke im Freien bzw. bei Anwesenheit von Wespen nur mit dem Strohhalm trinken, um die ungewollte Aufnahme einer Wespe in den Mundbereich durch den Schluck aus Glas oder Flasche zu vermeiden. Tetra Packs können mit einer Büro- oder Wäscheklammer verschlossen werden, Gläser mit Servietten oder Untersetzern
- Locken Sie die Wespen mit einer Schale Zuckerwasser an eine weit entfernte Stelle. Überspannen von Kinderwagen mit einem Schutznetz
- Kleinen Kindern nach Verzehr von süßen Speisen oder Getränken Mund und Wangen feucht abwischen
- Süß duftende Shampoos, Parfums etc., die die Tiere anlocken, vermeiden
- Das Bespannen von Fenstern mit Drahtgaze,Nylon oder anderen Kunststoffgeweben, z.B. aus dem Baumarkt (Maschenweite 1 bis 1,5 mm)
- Perlenvorhänge oder Flatterbänder an Balkon oder Terrassentüren anbringen (Schutz auch vor Fliegen und Mücken)
- Am Abend kein Licht im Wohnraum bei geöffneten Fenstern oder Türen anmachen. Besonders Hornissen sind in der Dämmerung aktiv und orientieren am Licht
- Nicht barfuß über Klee-Wiesen oder Gelände mit Fallobst laufen
Was tun, wenn ich oder jemand anderes gestochen wurde?
- Die Rötung und Schwellung der Einstichstelle ist eine normale Abwehrreaktion des Körpers und bildet sich nach ein paar Tagen wieder zurück. Der Schmerz lässt in der Regel schon nach einigen Stunden nach
- Kratzen Sie niemals. Schwellungen sollten Sie kühlen – zum Beispiel mit einer Kompresse,kaltem Wasser, Alkohol oder feuchtem Kochsalz
- Zur Herabsetzung von Schwellungen und zur Schmerzlinderung haben sich Umschläge mit essigsaurer Tonerde und ein Auftragen von kühlenden Salben oder Japanöl bewährt. Als Hausmittel gelten auch das Auflegen von Zitronen- und Zwiebelscheiben oder das Bestreichen der Einstichstelle mit Arnikatinktur.
- Bei Stichen der Honigbiene sollte der in der Haut steckende Stachel mit dem Fingernagel weggeschoben werden. Beim Greifen des Stachels mit den Fingernägeln oder mit einer Pinzette würde der Inhalt der noch am Stachel befindlichen Giftblase vollends in die Stichwunde gepresst werden.
- Ein geringer Teil des injizierten Giftes kann durch sofortiges Aussaugen und Ausspucken wieder zurückgeholt werden
- Bei Stichen im Mund oder Rachenraum sollten Sie einen Arzt aufsuchen oder den Rettungsdienst alarmieren (Notruf 112). Bis geholfen werden kann, sollten Sie die Stelle kühlen, am besten einen Eiswürfel lutschen. Haben Sie Bedenken, suchen Sie einen Arzt/eine Ärztin auf. Allergologen ermitteln Ihren Grad der Reaktion auf das Gift und können Desensibilisierungen vornehmen
- Hat ein Mensch jedoch eine Allergie gegen das Insektengift entwickelt, treten starke Schmerzen auf, oft begleitet von Schwindel, Übelkeit,Erbrechen, Durchfall, Atem- und Kreislaufbeschwerden. Hinzu kommen Schwellungen im Gesicht und am Hals und eine starke allgemeine Hautrötung. Es sollte dann in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn im Extremfall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.
- Sollten Sie allergisch gegen Wespen oder Bienengifte sein, sollten Sie in den Sommermonaten immer ein Notfallset (Cortison,Adrenalin, Antihistaminikum) mitführen und bei einem Stich sofort anwenden.
Weiter hilfreiche Informationen wurden durch die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück in einem übersichtlichen Flyer zusammengestellt, den Sie hier als PDF-Datei herunterladen können.
Zuletzt geändert am: 02.09.2011 um 20:00
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